Mehr als 1.600 Bewerbungen für neue Domainendungen hat die Internetorganisation ICANN erhalten. Seit dem 7. Oktober ist bekannt, welche Endungen beantragt wurden und wer dahintersteht. Auffällig sind vor allem viele Begriffe rund um künstliche Intelligenz. Doch auch .verein, .stiftung und einige neue Städte-Endungen stehen auf der Liste.
Inhaltsverzeichnis
Sichere deinen Firmennamen: Mit dogado zur perfekten Domain
Der richtige Firmenname ist deine Markenidentität – die passende Domain macht ihn digital wirksam. Bei dogado reservierst du nicht nur einen Namen, sondern die technische Grundlage für deinen Online-Erfolg. Mit professioneller E-Mail, optimiertem Hosting und persönlicher Unterstützung starten wir deine digitale Präsenz.
.com, .de, .org oder .net gehören seit Jahrzehnten zum Internet. Die Auswahl an Domainendungen ist inzwischen allerdings deutlich größer. Seit der letzten großen Vergaberunde der Internetorganisation ICANN kamen mehr als 1.200 neue generische Top-Level-Domains hinzu, darunter .shop, .app, .blog oder .gmbh.
Nun steht die nächste Erweiterung bevor. Erstmals seit 2012 konnten sich Unternehmen und Organisationen wieder um den Betrieb neuer Domainendungen bewerben. Am 7. Oktober hat ICANN die Bewerbungen der neuen Runde veröffentlicht.
Aktuell sind 1.615 Bewerbungen von 481 Bewerbern öffentlich. Die aktuellen Zahlen und einzelnen Bewerbungen lassen sich in der offiziellen ICANN-Übersicht durchsuchen.
KI prägt die neue Runde
Wer sich die Liste anschaut, erkennt schnell eines der großen Themen der Bewerbungsrunde: künstliche Intelligenz.
Besonders begehrt ist die Endung .agent. Gleich 13 Bewerber wollen sie betreiben. Auch um .agi gibt es mit sieben Bewerbungen Konkurrenz. Mehrere Interessenten gibt es zudem für Endungen wie .robot, .mcp, .intelligence oder .quantum.
Dazu kommen zahlreiche Bewerbungen großer Technologieunternehmen. OpenAI hat unter anderem .openai, .chatgpt, .gpt, .agent, .agi, .mcp und .model beantragt. Meta ist beispielsweise mit .facebook, .instagram, .whatsapp, .threads, .llama und .metaai vertreten. Google bewirbt sich über seine Registry-Tochter unter anderem um .gemini, .deepmind, .agent, .api und .intelligence. Anthropic wiederum möchte .anthropic und .claude.
Viele solcher Endungen dürften später allerdings nicht frei registrierbar sein. Ein Teil der Bewerbungen ist ausdrücklich als Marken-Endung eingereicht. Unternehmen können damit einen eigenen, kontrollierten Namensraum schaffen, statt Domains unter der Endung an beliebige Interessenten zu vergeben.
Und die deutschsprachigen Endungen?
Schon vor der offiziellen Veröffentlichung fiel auf, dass unter den freiwillig bekannt gegebenen Bewerbungen englische und international verständliche Begriffe klar dominierten. Die vollständige Liste bestätigt diesen Eindruck weitgehend.
Ein paar deutschsprachige Kandidaten gibt es aber. So wurden beispielsweise .verein, .stiftung und .praxis beantragt.
Auch bei geografischen Bezeichnungen finden sich einige Namen aus Deutschland und dem deutschsprachigen Raum. Auf der Liste stehen unter anderem .bremen, .ulm, .frankfurt und .muenchen sowie .linz und .salzburg aus Österreich.
Dass deutschsprachige generische Begriffe insgesamt eher selten bleiben, ist nicht ganz überraschend. Viele naheliegende Endungen wie .haus, .reise, .reisen, .immobilien oder .gmbh stammen bereits aus der Bewerbungsrunde von 2012. Für Betreiber einer offenen neuen Domainendung sind außerdem Begriffe interessant, die sich möglichst international vermarkten lassen.
1.615 Bewerbungen bedeuten nicht 1.615 neue Domainendungen
Die Zahl der Bewerbungen darf nicht mit der Zahl der tatsächlich neuen Endungen verwechselt werden. Für zahlreiche Begriffe interessieren sich mehrere Bewerber.
.agent ist mit 13 Bewerbungen derzeit das prominenteste Beispiel. Auch bei .agi, .api, .robot und weiteren Kandidaten treten mehrere Interessenten gegeneinander an. Solche sogenannten Contention Sets müssen im weiteren Verfahren aufgelöst werden, bevor eine Endung vergeben werden kann. ICANN erklärt hier, wie konkurrierende Bewerbungen behandelt werden.
Hinzu kommt eine Besonderheit der aktuellen Runde: Zahlreiche Bewerber haben bei der ursprünglichen Bewerbung zusätzlich eine mögliche Ersatz-Endung hinterlegt. Während der sogenannten Replacement Period können berechtigte Bewerber unter bestimmten Voraussetzungen auf diesen alternativen String wechseln.
Erst am 17. November 2026, dem sogenannten String Confirmation Day, veröffentlicht ICANN die aktualisierte Liste der Strings, die das weitere Verfahren durchlaufen.
Kann ich eine .agent- oder .verein-Domain schon registrieren?
Nein. Die veröffentlichten Endungen sind zunächst nur Bewerbungen.
Sie müssen verschiedene Prüfverfahren durchlaufen. Bei mehreren Bewerbern für dieselbe Endung muss zudem geklärt werden, wer den Zuschlag erhält. Erfolgreiche Bewerber müssen anschließend einen Registry-Vertrag mit ICANN abschließen und technische Voraussetzungen erfüllen, bevor ihre Endung überhaupt ins Domain Name System aufgenommen werden kann.
Wie der Weg von der Bewerbung bis zur möglichen Einführung einer neuen Domainendung aussieht, zeigt ICANN in der Übersicht zur Applicant Journey.
Welche der jetzt veröffentlichten Endungen tatsächlich eingeführt werden und wann erste Domains darunter registriert werden können, steht deshalb noch nicht fest.
Auch Markeninhaber sollten die Liste prüfen
Für Unternehmen ist die Veröffentlichung nicht nur wegen möglicher neuer Domainnamen interessant. Eine beantragte Endung kann auch bestehende Marken, Unternehmensnamen oder andere Rechte berühren.
Deshalb kann sich für Markeninhaber ein Blick in die vollständige Liste der Bewerbungen lohnen. Eine Übereinstimmung mit einem geschützten Namen oder einer Marke bedeutet zwar nicht automatisch, dass eine Bewerbung unzulässig ist. Für mögliche Konflikte sieht das ICANN-Verfahren aber verschiedene Möglichkeiten für Kommentare und formelle Einwände vor.
Wer der Ansicht ist, dass eine beantragte Domainendung bestehende Markenrechte verletzt, kann eine sogenannte Legal Rights Objection einreichen. Für diese markenrechtlichen Einwände ist das Arbitration and Mediation Center der Weltorganisation für geistiges Eigentum WIPO zuständig. Die WIPO informiert ausführlich über das Verfahren für Legal Rights Objections.
Die formelle Phase für Kommentare und Einwände beginnt am 17. November 2026 und dauert bis zum 16. März 2027.
Wie geht es weiter?
Bis zum 21. Oktober können berechtigte Bewerber zunächst noch auf ihre hinterlegten Ersatz-Endungen wechseln. Am 17. November folgt mit dem String Confirmation Day die nächste wichtige Etappe.
Danach beginnen weitere Prüfungen, mögliche Einwände und die Auflösung konkurrierender Bewerbungen. Einen Überblick über die gesamte ICANN-Bewerbungsrunde 2026 und die nächsten Schritte bietet ICANN auf einer eigenen Informationsseite.
Bis aus einer heute veröffentlichten Bewerbung tatsächlich eine registrierbare Domainendung wird, kann es also noch dauern.
Schon jetzt zeigt die neue Bewerbungsrunde aber ziemlich deutlich, wie sich das Internet seit 2012 verändert hat. Damals waren Begriffe wie AI Agents, Large Language Models oder generative KI noch kaum ein Thema. Heute gehören .agent, .agi oder .mcp zu den begehrtesten neuen Adressen im Rennen um die nächste Generation von Domainendungen.
Die richtige Basis für dein WordPress-Projekt
Dein WordPress-Projekt braucht solides Hosting? Mit unserem WordPress-Hosting bekommst du optimierte Server, echte Sicherheit und Support, der antwortet. Starten kostet weniger als du denkst – schau dir unsere Pakete an.