Neue Bestellungen, Formularanfragen oder Newsletter-Anmeldungen müssen oft auch in einer anderen Anwendung ankommen. Webhooks können diese Informationen automatisch weitergeben und dort einen Ablauf starten. Ein Beispiel aus dem Onlineshop zeigt, wie das funktioniert und was du dafür einrichten musst.
Inhaltsverzeichnis
Im Onlineshop geht eine Bestellung ein. Kurz darauf erscheint im Teamchat eine Nachricht mit der Bestellnummer und den bestellten Artikeln. Wer den Versand übernimmt, weiß sofort Bescheid. Dafür hat niemand die Bestellübersicht geöffnet oder Angaben in den Chat kopiert.
Gerade solche kleinen Handgriffe kosten im Alltag immer wieder Zeit. Die Informationen liegen längst vor, müssen aber noch an die richtige Stelle gelangen. Shop und Chatdienst tauschen sie schließlich nicht von allein aus. Ein Webhook kann die Verbindung in Gang bringen.
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Der Shop gibt Bescheid
Dafür legst du im Shop fest, welches Ereignis eine Benachrichtigung auslösen soll und wohin sie geschickt wird. In unserem Beispiel ist das eine neue Bestellung. Sobald sie angelegt wurde, sendet der Shop eine HTTP-Anfrage an die hinterlegte Adresse und übermittelt Angaben zur Bestellung.
Diese ereignisgesteuerte Benachrichtigung ist der Webhook. Die Zieladresse heißt auch Endpunkt. Sie sieht wie eine normale Webadresse aus, ist aber als Empfangsstelle für Anfragen anderer Anwendungen eingerichtet.
Was aus der Meldung entsteht, entscheidet sich auf der Empfangsseite. Der Shop muss deshalb nicht wissen, wie eine Chatnachricht erstellt wird. Er liefert die Bestelldaten. Daraus könnte ebenso eine Aufgabe zur Versandvorbereitung werden.
So könnte eine vereinfachte Nachricht aussehen, die über HTTPS übertragen wird:
POST /webhook/bestellung HTTP/1.1
Host: automation.example
Content-Type: application/json
{
"ereignis": "bestellung.erstellt",
"bestellnummer": 1042,
"anzahl_artikel": 2
}
Oben stehen das Ziel und das Datenformat. Darunter folgt die Meldung: Bestellung 1042 wurde angelegt und enthält zwei Artikel. Das Format JSON strukturiert diese Angaben, damit eine andere Anwendung sie verarbeiten kann.
Adresse und Feldnamen sind für dieses Beispiel frei gewählt. Welche Daten ein Dienst tatsächlich verschickt, legt er selbst fest. Der Empfänger muss diese Angaben verstehen und passend zuordnen können.
Warum nicht regelmäßig beim Shop nachschauen?
Eine Anwendung könnte auch alle paar Minuten fragen, ob neue Bestellungen vorliegen. Dieses regelmäßige Abfragen nennt sich Polling. Häufig gibt es dabei nichts Neues zu melden. Geht direkt nach einer Abfrage eine Bestellung ein, bleibt sie wiederum bis zur nächsten Runde unentdeckt.
Beim Webhook meldet der Shop das Ereignis selbst. Die Verarbeitung kann dadurch zeitnah starten. APIs bleiben trotzdem wichtig: Die Benachrichtigung könnte nur eine Bestellnummer enthalten, über die der Empfänger anschließend weitere Details per API abruft. Webhooks und APIs ergänzen sich also.
Wie n8n daraus eine Chatnachricht macht
Zwischen Shop und Chatdienst kann beispielsweise n8n stehen. Mit der Automatisierungsplattform verbindest du einzelne Bausteine zu einem Ablauf, einem sogenannten Workflow. In unserem Beispiel verarbeitet dieser die Bestellmeldung und erstellt daraus die Nachricht.
n8n lässt sich auch selbst betreiben, etwa mit n8n-Hosting auf einem VPS von dogado.
Der Workflow beginnt mit einem Webhook-Baustein. Er stellt die Empfangsadresse bereit, die im Shop als Ziel eingetragen wird. Bei WooCommerce gibt es dafür bereits Webhook-Einstellungen, in denen du unter anderem das Ereignis und die Zieladresse auswählst.
Sobald WooCommerce eine neue Bestellung meldet, startet der Workflow. n8n liest die benötigten Angaben aus, setzt einen Nachrichtentext zusammen und übermittelt ihn über eine passende Integration an den Chatdienst.
WooCommerce sendet die Bestellmeldung, n8n verarbeitet sie, der Chatdienst zeigt die Nachricht an. n8n wechselt dabei seine Rolle: Erst empfängt es eine Anfrage, dann sendet es selbst eine weitere. Für den ausgehenden Schritt kann auch sein HTTP-Request-Baustein eine API ansprechen. Dieser Aufruf ist nicht automatisch ein weiterer Webhook.
Was du selbst verbinden kannst
Das gleiche Prinzip hilft auch abseits eines Shops. Eine Anfrage über das Kontaktformular könnte direkt als Aufgabe im Planungstool landen. Mailchimp kann Newsletter-Anmeldungen und Abmeldungen an eine andere Anwendung melden, damit diese ihren Kontaktbestand aktualisiert.
Ein Blick in die Webhook-Einstellungen vorhandener Dienste lohnt sich deshalb: Welche Ereignisse unterstützen sie, und wo wären diese Informationen ebenfalls nützlich?
Bietet die sendende Anwendung das passende Ereignis und n8n die benötigten Bausteine, lässt sich vieles über Einstellungen verbinden. Zugänge, Datenzuordnung und die Prüfung eingehender Nachrichten müssen trotzdem eingerichtet werden. Fehlt eine geeignete Empfangsmöglichkeit, kann ein eigener Endpunkt nötig werden. Dabei hilft technische Unterstützung.
Ein zusätzlicher Server ist für Webhooks zwischen bereits betriebenen Diensten nicht automatisch erforderlich.
Damit die Verbindung zuverlässig arbeitet
Mit einer Testbestellung lässt sich prüfen, ob die Chatnachricht ankommt und die richtigen Angaben enthält. Für den späteren Betrieb gehören vier weitere Punkte dazu:
- HTTPS verwenden: So werden die Daten auf dem Übertragungsweg verschlüsselt.
- Die Herkunft prüfen: Viele Dienste versehen Nachrichten mit einer Signatur auf Basis eines vereinbarten Geheimnisses. Der Empfänger muss sie prüfen. HTTPS allein bestätigt noch nicht, dass die Meldung vom erwarteten Shop stammt.
- Fehler nachvollziehen können: Protokolle zeigen, ob die Zustellung oder ein späterer Schritt fehlgeschlagen ist. Ob ein Dienst automatisch erneut zustellt, hängt von seinen Regeln ab.
- Doppelte Meldungen berücksichtigen: Dasselbe Ereignis kann mehrfach ankommen. Daraus sollte keine unbeabsichtigte zweite Aktion entstehen, etwa eine doppelte Versandaufgabe.
Ein guter Test umfasst deshalb auch eine Unterbrechung oder eine mehrfach zugestellte Nachricht. Danach kann die Verbindung im Hintergrund arbeiten. Im Chat erscheint nur eine kurze Meldung, doch das Nachschauen und Weiterreichen fällt weg. Aus einem kleinen Signal wird so ein nützlicher Ablauf im Arbeitsalltag.
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