Die Suchmaschinenoptimierung steht vor einem Umbruch. Seit März 2025 haben wir auch in Deutschland die Google AI Overviews – und damit KI-generierte Suchergebnisse, die alles verändern. Was bedeutet das für Dich und Deine Website? Genau darüber hat SEO-Expertin Sarah von suxeedo in unserem Cloud Leaders Webinar gesprochen. Hier die wichtigsten Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
Was sich 2025 verändert hat
Das vergangene Jahr war ein echtes Umbruchjahr für SEO. Drei Entwicklungen haben die Spielregeln grundlegend verändert:
AI Overviews sind da. Seit dem 26. März 2025 zeigt Google in Deutschland KI-generierte Antworten prominent über den klassischen Suchergebnissen. Das Problem: Im sichtbaren Bereich des Bildschirms erscheint oft kein einziges organisches Suchergebnis mehr. In manchen Fällen musst Du 15-mal scrollen, um das erste klassische Ergebnis zu sehen.
Der KI-Modus ist live. Seit Oktober 2025 kannst Du in der Google-Suche zwischen der normalen Ansicht und dem KI-Modus wechseln. Dort führst Du echte Gespräche mit der Suchmaschine – Du kannst nachfragen, präzisieren und Dich beraten lassen.
Zero-Click-Searches nehmen zu. Immer mehr Suchanfragen führen zu keinem Klick auf eine Website. Die Nutzer bekommen ihre Antwort direkt in der Suchoberfläche. Für Webseitenbetreiber, die mit Traffic ihr Geld verdienen, kann das existenzbedrohend sein.
Klassische Suche vs. KI-Suche: Die Unterschiede
Die traditionelle Google-Suche war immer keyword-basiert. Du gibst ein Wort ein, bekommst eine Liste mit blauen Links. Bei der KI-Suche läuft das anders:
Konversational statt keyword-basiert. In KI-Chatbots wird gefragt, um Zusammenfassungen gebeten, um Einschätzungen ersucht. Die Eingaben sind länger und kontextreicher als klassische Keywords.
Keine Linklisten mehr. Die großen blauen Links spielen in AI Overviews keine Rolle. Stattdessen bekommst Du aufbereitete Antworten mit eingebetteten Quellen.
Deine Website wird zur Datenquelle. In vielen Fällen ist nicht mehr der Klick auf Deine Seite das Ziel, sondern die KI nutzt Deine Inhalte im Hintergrund, um Antworten zu generieren.
Die gute Nachricht: Gutes SEO ist gutes GEO
GEO steht für Generative Engine Optimization – die neue Disziplin, um in KI-Systemen gefunden zu werden. Aber hier kommt die beruhigende Erkenntnis: Was für klassisches SEO gut ist, funktioniert auch für KI-Suche.
Google selbst sagt: „Good SEO is good GEO."
Das bedeutet: Du musst nicht alles über den Haufen werfen. Du musst Deine bestehende Strategie erweitern und an einigen Stellen nachschärfen.
Technische Grundlagen, die jetzt Pflicht sind
Diese Punkte waren schon immer wichtig, werden jetzt aber unverzichtbar:
Valide Steuerungsdateien. Deine Robots.txt und Sitemap.xml müssen fehlerfrei sein. Klingt selbstverständlich, ist es aber oft nicht.
Inhalte ohne JavaScript. Alle wichtigen Inhalte sollten auch ohne JavaScript-Rendering verfügbar sein. KI-Crawler können JavaScript nicht so gut verarbeiten wie reguläre Browser.
Schnelle Ladezeiten. Auch KI-Chatbots haben begrenzte Ressourcen. Wenn Deine Seite langsam lädt, wird sie möglicherweise nicht vollständig erfasst.
Strukturierte Daten. Schema.org-Auszeichnungen waren lange Zeit die Kür. Jetzt sind sie Pflicht. Breadcrumbs, Adressen, FAQs, Produkte – je mehr Du strukturiert auszeichnest, desto besser können KI-Systeme Deine Inhalte verstehen.
Content, der für KI funktioniert
Bei der Aufbereitung Deiner Inhalte gilt:
Fazit vorneweg. KI-Systeme lieben Zusammenfassungen am Textanfang. Statt einen Spannungsbogen aufzubauen, solltest Du mit der Tür ins Haus fallen.
Klare Struktur. Absätze mit Zwischenüberschriften, korrekt ausgezeichnet mit H-Tags. Das hilft der KI, Deine Inhalte zu verstehen und zu zitieren.
Kurze Sätze. Was für Leser gut ist, ist auch für Maschinen gut.
Saubere interne Verlinkung. Eine nutzerfreundliche Navigation hilft sowohl Menschen als auch Crawlern.
Die SEO-Trends für 2026
Trend 1: Search Everywhere Optimization
Der Begriff SEO könnte eine neue Bedeutung bekommen: Statt „Search Engine Optimization" steht er künftig für „Search Everywhere Optimization". Denn Google ist nicht mehr die einzige Anlaufstelle.
ChatGPT, Perplexity, Microsoft Copilot, Gemini – überall wird gesucht. Dazu kommen Plattformen wie Reddit, TikTok, YouTube und Pinterest, die ebenfalls als Suchmaschinen genutzt werden.
Das bedeutet: SEO und Social Media wachsen zusammen. Wenn in Deinem Unternehmen diese Bereiche strikt getrennt sind, solltest Du das überdenken.
Trend 2: Personalisierte Suchergebnisse
Google plant das Feature „Preferred Sources". Nutzer können hinterlegen, welche Quellen sie bevorzugen. Diese werden dann in den Suchergebnissen priorisiert.
Für Dich heißt das: Markenbekanntheit wird noch wichtiger. Wenn Nutzer Dich kennen und mögen, tragen sie Dich als bevorzugte Quelle ein.
Trend 3: Themenautorit schlägt Domainautorität
Früher hatten große, etablierte Domains einen klaren Vorteil. Das verschiebt sich. Wer für ein bestimmtes Thema echte Expertise zeigt, kann auch mit einer kleineren Website gute Rankings erzielen.
Das ist eine Chance für spezialisierte Anbieter und Selbstständige. Du musst nicht die größte Domain haben – Du musst für Dein Thema die beste sein.
Trend 4: EEAT wird zu EEATS
Google bewertet Websites nach Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (EEAT). Möglicherweise kommt bald ein S dazu: Signals oder Sources.
Das bedeutet: Mach Deine Quellen und Autoren sichtbar. Pflege Dein Google Business Profil. Und unterschätze nie die Über-uns-Seite – sie ist eine der wichtigsten Seiten für KI-Systeme, aber oft die am schlechtesten gepflegte.
Trend 5: Agentic Shopping kommt
Diese Woche hat Google das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt – einen Standard für Shopping über KI-Chatbots. In den USA kannst Du bereits komplett innerhalb eines Chatbots einkaufen: von der Recherche über die Beratung bis zur Bezahlung.
Für den E-Commerce bedeutet das: Die Customer Journey verändert sich fundamental. Der Kunde betritt möglicherweise nie Deinen Shop, sondern kauft direkt im Chatbot. Zalando war bereits an der Entwicklung beteiligt – es ist also nur eine Frage der Zeit, bis das auch in Deutschland ankommt.
Was Du jetzt messen solltest
Die klassischen SEO-Kennzahlen funktionieren in der KI-Welt nur bedingt. Rankings in ChatGPT lassen sich nicht wie Google-Rankings messen, weil jede Antwort anders ausfällt.
Was Du tun kannst:
Traffic aus KI-Systemen tracken. Das geht mit den üblichen Analyse-Tools, auch wenn die Zuordnung nicht immer sauber ist.
Markenerwähnungen beobachten. Wirst Du in KI-Antworten genannt? Tools wie Ahrefs, SISTRIX und SEMrush bauen entsprechende Funktionen ein.
Promptlisten anlegen. Überlege, wie Deine Zielgruppe konversational suchen würde, und prüfe regelmäßig, ob Du in den Antworten vorkommst.
Crawlbarkeit prüfen. Ist Deine Seite für KI-Systeme gut lesbar?
LLMs.txt – ein neuer Standard?
Du hast vielleicht von der LLMs.txt gehört – einer Steuerungsdatei für KI-Systeme, ähnlich der Robots.txt. Die Idee: Du legst fest, was das Thema Deiner Website ist und welche Seiten am wichtigsten sind.
Die Einschränkung: Das ist noch kein offizieller Standard. Kein großer KI-Anbieter hat zugesagt, diese Datei zu berücksichtigen. Trotzdem kann es nicht schaden, eine anzulegen – und sei es nur, um Dir selbst klarzumachen, welche Seiten strategisch wichtig sind.
Vorsicht vor Hype-Themen
Zum Schluss noch eine Warnung: Lass Dich nicht verrückt machen. Auf LinkedIn kursieren Tipps wie „Ein Absatz muss genau X Wörter haben, damit die KI ihn korrekt verarbeitet." Das ist Unsinn.
Die verschiedenen KI-Systeme verarbeiten Inhalte völlig unterschiedlich. Es gibt keine magische Formel. Wenn Dir jemand Chunking als die SEO-Maßnahme überhaupt verkaufen will – lauf weg.
Fazit: SEO ist nicht tot, es entwickelt sich weiter
Die Kernbotschaft aus dem Webinar: SEO bleibt wichtig. Die Grundprinzipien ändern sich nicht. Gute Inhalte, saubere Technik, klare Struktur – das funktioniert weiterhin.
Was sich ändert, ist der Kontext. Du optimierst nicht mehr nur für Google, sondern für eine ganze Landschaft von Suchsystemen. Du denkst nicht mehr nur in Keywords, sondern in Themen und Entitäten. Und Du misst Erfolg nicht mehr nur in Rankings, sondern in Sichtbarkeit und Relevanz.
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Die Präsentation und die Aufzeichnung findest du hier.
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