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Überblick
- Verwendetes System: Debian 13 64 bit
- Genutzter User: Ich nutze den Benutzer „root“.
- Zeitdauer: ca. 5 Minuten
- Schwierigkeit: Einfach. Nur Code kopieren
Zum Spielen benötigt ihr die Minecraft: Java Edition auf einem PC. Konsolen und Smartphones nutzen die Bedrock Edition und können sich mit diesem Server nicht verbinden.
Minecraft installieren auf Linux Server
Den Server werden wir mittels Docker bereitstellen, da es unter anderem folgende Vorteile für euch hat:
- Konfiguration: alle Dateien und Einstellungen sind an einem Ort
- Updates: ihr könnt den Server mit nur einem Parameter auf die gewünschte Version bringen
- Kein Java-Installation: ihr braucht auf eurem Server keine verschiedenen Java Versionen zu installieren. Jeder Container hat seine eigene Java Version.
Vorbereitung
Nun updaten wir noch unseren Server. Dazu gebt ihr folgenden Befehl ein:
apt update
apt upgrade
apt install -y nano
Den Texteditor „nano“ benötigen wir später noch für die Erstellung der Konfigurationsdateien. Ihr könnt hier aber auch jeden anderen Editor wählen. Anschließend kontrollieren wir noch, ob Docker bereits installiert ist. Dazu gebt ihr folgendes ein:
docker --version
docker compose version
Wenn alles korrekt installiert ist, dann sollte eure Ausgabe so aussehen:
Docker version 29.8.0, build 88096ef
Docker Compose version v5.5.1
Solltet ihr noch kein Docker installiert haben, so könnt ihr dies leicht mit dieser Anleitung nachholen: https://www.dogado.de/vps/vserver-anwendungsfaelle/docker-auf-vserver-vps-installieren
Ordner anlegen
Nun legen wir uns noch einen Ordner für den Server an. Dazu gebt ihr folgendes ein:
mkdir -p /opt/containers/minecraft/data
cd /opt/containers/minecraft/
Docker Compose anlegen
Wir erstellen nun den eigentlichen Minecraft Server. Dazu gebt ihr folgendes ein:
nano /opt/containers/minecraft/docker-compose.yaml
Kopiert euch nun folgendes:
services:
minecraft:
image: itzg/minecraft-server:latest
container_name: minecraft
restart: unless-stopped
tty: true
stdin_open: true
ports:
- "25565:25565"
environment:
EULA: "TRUE"
TYPE: "VANILLA"
VERSION: "LATEST"
MEMORY: "1G"
TZ: "Europe/Berlin"
MOTD: "Willkommen auf unserem Server"
DIFFICULTY: "normal"
volumes:
- ./data:/data
Eine kurze Erklärung dieser Parameter:
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| EULA: "TRUE" | Zustimmung zur Minecraft-EULA. Ohne diesen Parameter könnt ihr den Server nicht starten |
| ports | Gibt den Standardport 25565 nach außen frei. |
| MEMORY | Arbeitsspeicher für die Java-VM. Standard sind 1 GB |
| volumes | Legt alle Serverdaten im Ordner data ab |
| restart: unless-stopped | Sorgt dafür, dass euer Minecraft Server nach einem vServer Neustart wieder automatisch startet |
| TYPE | Legt den Minecraft Server fest. Hier Vanilla |
| VERSION | Latest sorgt dafür, dass die aktuelle Version installiert wird |
Alle weiteren Parameter sowie Möglichkeiten der Konfiguration könnt ihr euch direkt beim Entwickler dieses Minecraft Projektes anschauen: https://github.com/itzg/docker-minecraft-server
Anpassungen des Servers
Verfügbaren Arbeitsspeicher ermitteln
Unser Minecraft Server benötigt einiges an Arbeitsspeicher. Daher wollen wir unserem Server möglichst viel RAM zur Verfügung stellen. Laut Hersteller benötigt man mindestens 1024 MB RAM um Minecraft spielen zu können.
Die Größe eures Arbeitsspeichers könnt ihr euch mit folgendem Befehl anzeigen lassen:
free -m
Bei mir sieht die Ausgabe so aus:
Die „6144“ bedeuten, dass mein Server 6144 MB RAM hat, welchen ich nutzen kann. Das wären also 6 GB. Da Linux selbst schon Arbeitsspeicher belegt, könnt ihr nur den freien Speicher vergeben. Hier sollte auch immer noch etwas Reserve gelassen werden. In meinem Fall also 4455 MB. Hier würde ich dann in der Docker Compose „4G“ eintragen.
Öffnet nun also eure Docker Compose erneut:
nano /opt/containers/minecraft/docker-compose.yaml
Hier passe ich nun folgendes an:
Vorher:
MEMORY: "1G"
Nachher:
MEMORY: "4G"
Servertyp festlegen
Aktuell ist Vanilla als Servertyp festgelegt. Dies könnt ihr beliebig anpassen. Der Entwickler hat dazu eine praktische Webseite veröffentlicht, welche euch hilft einen Überblick über die zur Verfügung stehenden Typen zu behalten: https://setupmc.com/java-server/
Hier seht ihr eine Auswahl aller auswählbaren Servertypen:
Nachdem ihr einen Servertyp ausgewählt habt (hier „Quilt“) seht ihr auf der rechten Seite im Fenster, wie ihr diesen entsprechend in der Docker Compose auswählen könnt.
Weitere Anpassungen
Ebenfalls könnt ihr euch auf der Webseite noch weitere Parameter anzeigen lassen. Hier könnt ihr beispielsweise den Schwierigkeitsgrad und das Spawnen von Monstern verändern.
Auf der rechten Seite seht ihr dann immer, wie ihr die Docker Compose anpassen müsst.
Minecraft Server starten
Nun starten wir zum ersten Mal unseren Minecraft Server. Gebt dazu folgendes ein:
cd /opt/containers/minecraft
docker compose up -d
Damit ihr sehen könnt, was der Container macht, gebt ihr nun folgendes ein:
docker compose logs -f
Mit diesem Befehl könnt ihr die Ausgaben des Containers einsehen. Wartet nun bis ihr folgendes in der Ausgabe seht:
minecraft | [16:10:29] [Server thread/INFO]: Done (8.679s)! For help, type "help"
minecraft | [16:10:29] [Server thread/INFO]: Starting remote control listener
minecraft | [16:10:29] [Server thread/INFO]: Thread RCON Listener started
minecraft | [16:10:29] [Server thread/INFO]: RCON running on 0.0.0.0:25575
Nun ist euer Server hochgefahren und ihr könnt die Log Ausgabe mittels „STRG+C“ verlassen. Der Container läuft danach im Hintergrund immer noch weiter.
Aktuelle Konfiguration einsehen
Ihr könnt euch auch die Parameter der aktuellen Installation ansehen. Dazu öffnet ihr einfach folgende Datei:
nano /opt/containers/minecraft/data/server.properties
Bei jedem Neustart des Containers werden diese Werte mit den Parametern der Docker Compose überschrieben. Daher solltet ihr hier nichts ändern.
RCON Befehle auf dem Server ausführen
RCON Terminal starten
Ihr habt auf eurem Server die Möglichkeit Befehle wie /op oder /whitelist direkt auszuführen. Dazu öffnet ihr die RCON Konsole mittels folgenden Befehls:
cd /opt/containers/minecraft
docker compose exec minecraft rcon-cli
Ein Beispiel ist der Befehl list oder say:
Mit „exit“ könnt ihr die Console wieder beenden.
Administrator einrichten
Per RCON könnt ihr auch einen Administrator festlegen. Dazu gebt ihr den Befehl „op“ gefolgt von eurem Namen ein. Wichtig dabei ist, dass ihr euren Java Edition Profilnamen eingeben müsst und nicht euren Microsoft Gamertag.
| Befehl | Funktion |
|---|---|
| op <Name> | Erteilt Operator-Rechte |
| deop <Name> | Entzieht Operator-Rechte |
| list | Zeigt alle verbundenen Spieler |
Weitere Befehle
Daneben gibt es noch viele Befehle, welche auf verschiedenen Minecraft Community Seiten vorgestellt werden. Auf diesen beiden Seiten bekommt ihr beispielsweise eine große Übersicht:
https://minecraft.wiki/w/Template:Navbox_commands
https://eff.fandom.com/wiki/RCON_Commands
Backups des Servers erstellen
Damit eure Welt nicht so schnell zerstört wird, empfiehlt es sich regelmäßig Backups zu erstellen. Dazu gibt es vom Entwickler der Docker Container eine einfache Lösung. Öffnet eure Docker Compose Datei:
nano /opt/containers/minecraft/docker-compose.yaml
Fügt folgenden Code am Ende hinzu:
backup:
image: itzg/mc-backup
container_name: minecraft-backup
restart: unless-stopped
environment:
BACKUP_INTERVAL: "12h"
PRUNE_BACKUPS_DAYS: "7"
RCON_HOST: "minecraft"
TZ: "Europe/Berlin"
volumes:
- ./data:/data:ro
- ./backups:/backups
Der Backup Container sorgt dafür, dass Backups angelegt werden. Diese werden im Ordner „backups“ (hier zu finden: /opt/containers/minecraft/backups) abgelegt.
Eine kurze Erklärung der Parameter
| Einstellung | Bedeutung |
|---|---|
| BACKUP_INTERVAL | Im konkreten Fall wird alle 12 Stunden ein Backup erstellt |
| PRUNE_BACKUPS_DAYS: | Gibt an, nach wie vielen Tagen die Backups gespeichert werden sollen. Alle älteren Backups werden gelöscht |
| RCON_HOST | Gibt an, zu welchem Minecraft Server (Container) eine Verbindung aufgebaut wird |
Anschließend starten wir noch den Backup Container:
cd /opt/containers/minecraft
docker compose up -d backup
Zum Testen könnt ihr auch ein Backup von Hand starten:
docker compose exec backup backup now
Nun solltet ihr eine solche Ausgabe sehen:
root@testbereich:/opt/containers/minecraft# docker compose exec backup backup now
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO waiting for rcon readiness...
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Command executed successfully rcon-cli save-on
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Command executed successfully rcon-cli save-off
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Command executed successfully rcon-cli save-all flush
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Command executed successfully sync
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Backing up content in /data to /backups/world-20260911-165006.tar.gz
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Command executed successfully rcon-cli save-on
2026-09-11T16:50:06+0200 INFO Pruning backup files older than 7 days
Backups wiederherstellen
Vor der Wiederherstellung macht ihr euch zuerst einen Überblick über eure Backups. Dazu gebt ihr folgendes ein:
ls -l /opt/containers/minecraft/backups
Jetzt sollte es in etwa so bei euch aussehen:
root@testbereich:/opt/containers/minecraft# ls -l /opt/containers/minecraft/backups
total 792
-rw-r--r-- 1 root root 268055 Sep 11 16:50 world-20260911-165006.tar.gz
-rw-r--r-- 1 root root 268048 Sep 11 16:51 world-20260911-165153.tar.gz
-rw-r--r-- 1 root root 268034 Sep 11 16:55 world-20260911-165514.tar.gz
Die Dateinamen geben euch Auskunft über den Backupzeitpunkt. Merkt euch nun die Datei, die ihr wiederherstellen wollt. Anschließend beenden wir unseren Server. Dies ist notwendig, da es sonst zu Fehlern kommt.
cd /opt/containers/minecraft/
docker compose down
Nachdem der Server beendet ist, verschieben wir zuerst unsere aktuellen Daten, damit uns diese nicht verloren gehen. Dazu gebt ihr folgendes ein:
mv data data-alt
Nun erstellt ihr wieder den Ordner „data“:
mkdir data
Jetzt können wir unser Backup wiederherstellen. Bei mir ist dies folgende Datei: world-20260911-165514.tar.gz
tar -xzf backups/world-20260911-165514.tar.gz -C data/
chown -R 1000:1000 data
Das war es schon. Nun startet ihr wieder den Minecraft Server und schaut in die Logs, ob alles korrekt läuft:
docker compose up -d
docker compose logs -f
Wenn der Server korrekt gestartet ist, könnt ihr das Log mit „STRG+C“ wieder beenden. Anschließend könnt ihr auch die verschobenen Daten vom Anfang dieses Kapitels löschen:
rm -R /opt/containers/minecraft/data-alt
Server Verwaltung
Die wichtigsten Befehle
Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Befehle zur Steuerung eures Minecraft Servers. Alle müssen in folgendem Verzeichnis ausgeführt werden: /opt/containers/minecraft
| Befehl | Funktion |
|---|---|
| docker compose up -d | Startet den Server bzw. übernimmt Änderungen |
| docker compose stop | Stoppt den Server |
| docker compose restart | Startet den Server neu |
| docker compose logs -f | Zeigt die laufende Log-Ausgabe |
| docker compose down | Stoppt und entfernt die Container. Daten bleiben erhalten |
Updates installieren
Das Bereitstellen von Updates ist sehr einfach dank Docker. In der Docker Compose haben wir das Image als „latest“ hinzugefügt (image: itzg/minecraft-server:latest). Dies bedeutet, dass wir lediglich das aktuellste Image downloaden müssen.
Dazu führt ihr folgende Befehle aus:
cd /opt/containers/minecraft
# Optional, aber sinnvoll ein Backup zu erstellen
docker compose exec backup backup now
# Download des aktuellen Images und starten mit dem neuen Image
docker compose pull
docker compose up -d