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VPS von dogado - gehostet in Deutschland
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Überblick
- Stand der Anleitung: 09/2026
- Verwendetes System: Debian 13 64 bit
- Genutzter User: Ich nehme alles als „root“ vor
- Zeitdauer: ca. 30 Minuten Arbeit + eventuell einige Stunden Wartezeit auf DNS-Einträge
- Schwierigkeit: Mittel
Besonderheiten:
- Auf deinem Server müssen Docker und Docker Compose installiert sein. Wie das funktioniert, erfährst du in unserer Anleitung Docker auf dem vServer installieren.
- Diese Anleitung baut außerdem auf einem bereits eingerichteten Reverse Proxy auf. Führe deshalb im Anschluss die Schritte aus der Anleitung Traefik als Reverse Proxy auf dem vServer installieren aus, bevor du hier weitermachst.
Minimale Systemanforderungen
Der Entwickler gibt auf seiner Homepage Mindestanforderungen an:
| Ressource | Anforderungen |
|---|---|
| CPU | 1 GHz |
| RAM | mindestens 6GB |
| Festplatte | 20 GB + Platz für E-Mails |
Weitere Infos findet ihr hier: https://docs.mailcow.email/getstarted/prerequisite-system/
Mailcow installieren
Bei Mailcow handelt es sich um ein Open-Source-Projekt. Es verbindet verschiedene Dienste wie Dovecot, ClamAV, Postfix, SoGo und viele mehr unter einem Interface. Der Vorteil für euch ist, dass ihr innerhalb kurzer Zeit einen komplett eigenständigen E-Mail-Server mit vielen Extras habt. Ihr müsst also nicht lange in Konfigurationsdateien herumsuchen, wie das früher noch der Fall war. Eine Funktionsübersicht findet ihr hier: https://docs.mailcow.email/
Falls ihr Support für den Server braucht, so hilft euch der Entwickler gegen eine Gebühr weiter. Weitere Infos dazu findet ihr hier: https://servercow.de/mailcow/#help
Infos zu yml Dateien
Bei yml Dateien ist es sehr wichtig, dass die Zeilen alle richtig eingerückt sind. Die Zeilen MÜSSEN immer mit der Leertaste eingerückt werden. Es dürfen KEINE Tabs enthalten sein. Ihr könnt den nachfolgenden Code immer online „überprüfen“ lassen. Die meisten Fehler entstehen nämlich durch die falsche Formatierung. Ein Dienst zum Überprüfen ist zum Beispiel: https://codebeautify.org/yaml-validator
Vorbereitung
Diese Anleitung basiert auf dem Debian 13 Betriebssystem. Mailcow werden wir unter Docker realisieren. Dies ermöglicht uns später sehr schnelle Updates und eine schnelle Installation.
Um Mailcow neben anderen Diensten auf unserem Server betreiben zu können, nutzen wir hier den Reverse Proxy Traefik.
Verzeichnis erstellen
Wir erstellen uns ein neues Verzeichnis, in welchem wir später alle Daten von Mailcow abspeichern. Dazu geben wir Folgendes in der Konsole ein:
mkdir -p /opt/containers/mailcow
Ihr könnt hier auch ein anderes Verzeichnis verwenden. Ihr müsst dann aber die gesamte Anleitung entsprechend anpassen.
Benötigte Pakete installieren
Um uns die neueste Version von Mailcow zu installieren, müssen wir noch einige Programme installieren. Gebt dazu Folgendes in eure Konsole ein:
apt update
apt install -y git openssl curl gawk coreutils grep jq dnsutils
Ports überprüfen
Mailcow braucht für den korrekten Mailempfang und -versand verschiedene Ports. Diese wollen wir nun überprüfen:
ss -tlpn | grep -E -w '25|80|110|143|443|465|587|993|995|4190'
Bei mir wird Folgendes angezeigt:
root@testbereich:~# ss -tlpn | grep -E -w '25|80|110|143|443|465|587|993|995|4190'
LISTEN 0 4096 0.0.0.0:443 0.0.0.0:* users:(("docker-proxy",pid=7733,fd=8))
LISTEN 0 4096 0.0.0.0:80 0.0.0.0:* users:(("docker-proxy",pid=7711,fd=8))
LISTEN 0 4096 [::]:443 [::]:* users:(("docker-proxy",pid=7739,fd=8))
LISTEN 0 4096 [::]:80 [::]:* users:(("docker-proxy",pid=7718,fd=8))
Hier seht ihr, dass aktuell Port 80 und 443 durch Traefik belegt sind. Dies ist korrekt so. Sollten bei euch noch Ports belegt sein, welche ihr für Mailcow benötigt, so müsst ihr die dazugehörigen Anwendungen / Dienste deinstallieren bzw. deaktivieren.
Eine kurze Erklärung der benötigten Ports:
| Port | Dienst | Benötigt |
|---|---|---|
| 25 | SMTP – Empfang von anderen Mailservern | ja |
| 465 | SMTP mit SSL/TLS – Versand aus Mailprogrammen | ja |
| 587 | SMTP mit STARTTLS – Versand aus Mailprogrammen | ja |
| 993 | IMAP mit SSL/TLS | ja |
| 80, 443 | Weboberfläche und Webmail über Traefik | ja |
| 110, 143 | POP3 und IMAP ohne Verschlüsselung | nur bei Bedarf |
| 995 | POP3 mit SSL/TLS | nur bei Bedarf |
| 4190 | ManageSieve – Filterregeln aus Mailprogrammen | nur bei Bedarf |
mailcow von git klonen
Nun kopieren wir uns die neueste Version von Mailcow auf unseren Server. Gebt dazu folgendes ein:
git clone https://github.com/mailcow/mailcow-dockerized /opt/containers/mailcow
Konfigurationsdatei für Mailcow erstellen
Hier reicht es ein Skript auszuführen. Gebt dazu folgenden Befehl ein:
cd /opt/containers/mailcow
./generate_config.sh
Folgendes gebt ihr nun ein:
- Hier gebt ihr nun den FQDN (Fully Qualified Domain Name) eures Servers ein. In meinem Fall ist das mail.testbereich.net
- Als Zeitzone gebt ihr Folgendes ein: Europe/Berlin
- Damit euer Server später möglichst stabil läuft, wählt ihr jetzt die „1“
- Bei IPv6 MÜSST ihr „y“ drücken, da sonst der Installer abbricht. Docker wird nun neu gestartet.
Hier der komplette Dialog:
IPv6 werden wir gleich wieder deaktivieren, da der Hersteller selbst davor warnt, da eine falsche IPv6 Konfiguration eine große Sicherheitslücke sein kann. Mehr Infos dazu findet ihr hier: https://docs.mailcow.email/de/post_installation/firststeps-disable_ipv6/
Mailcow hat nun einige Konfigurationsdateien erstellt. Diese müsst ihr nun leicht anpassen, damit Mailcow korrekt mit Traefik funktioniert. Gebt dazu Folgendes ein:
cd /opt/containers/mailcow
sed -i 's/^HTTP_PORT=.*/HTTP_PORT=8080/' mailcow.conf
sed -i 's/^HTTP_BIND=.*/HTTP_BIND=127.0.0.1/' mailcow.conf
sed -i 's/^HTTPS_PORT=.*/HTTPS_PORT=8443/' mailcow.conf
sed -i 's/^HTTPS_BIND=.*/HTTPS_BIND=127.0.0.1/' mailcow.conf
sed -i 's/^SKIP_LETS_ENCRYPT=.*/SKIP_LETS_ENCRYPT=y/' mailcow.conf
sed -i 's/^AUTODISCOVER_SAN=.*/AUTODISCOVER_SAN=n/' mailcow.conf
sed -i 's/^HTTP_REDIRECT=.*/HTTP_REDIRECT=n/' mailcow.conf
sed -i 's/^ENABLE_IPV6=.*/ENABLE_IPV6=false/' mailcow.conf
Jetzt überprüft ihr, ob die Änderungen erfolgreich waren. Dazu gebt ihr Folgendes ein:
grep -E '^(HTTP_PORT|HTTP_BIND|HTTPS_PORT|HTTPS_BIND|HTTP_REDIRECT|SKIP_LETS_ENCRYPT|AUTODISCOVER_SAN|ENABLE_IPV6)=' mailcow.conf
Die Ausgabe sollte Folgendes zeigen:
HTTP_PORT=8080
HTTP_BIND=127.0.0.1
HTTPS_PORT=8443
HTTPS_BIND=127.0.0.1
HTTP_REDIRECT=n
AUTODISCOVER_SAN=n
SKIP_LETS_ENCRYPT=y
ENABLE_IPV6=false
Hier sollten alle Werte bei euch genau so sein, da sonst später Mailcow nicht korrekt funktionieren wird. Sollte ein Wert anders sein, so ändert ihn bitte selbst ab:
nano mailcow.conf
docker-compose.override.yml erstellen
Nun erstellen wir uns eine neue Datei, welche alle unsere Änderungen beinhalten wird. Hier ist es wichtig, eine neue Datei zu erstellen ,da die Docker Compose bei jedem Update ersetzt wird. Gebt dazu Folgendes in eure Konsole ein:
nano /opt/containers/mailcow/docker-compose.override.yml
In die Datei kopiert ihr nun folgenden Code:
services:
nginx-mailcow:
networks:
proxy:
labels:
- "traefik.enable=true"
- "traefik.docker.network=proxy"
- "traefik.http.routers.mailcow.rule=Host(`mail.euredomain.de`)"
- "traefik.http.routers.mailcow.entrypoints=websecure"
- "traefik.http.routers.mailcow.service=mailcow"
- "traefik.http.routers.mailcow-autoconfig.rule=Host(`autodiscover.euredomain.de`) || Host(`autoconfig.euredomain.de`)"
- "traefik.http.routers.mailcow-autoconfig.entrypoints=websecure"
- "traefik.http.routers.mailcow-autoconfig.service=mailcow"
- "traefik.http.services.mailcow.loadbalancer.server.port=8080"
certdumper:
image: ghcr.io/kereis/traefik-certs-dumper:latest
container_name: mailcow-certdumper
restart: unless-stopped
network_mode: none
command: --restart-containers mailcowdockerized-postfix-mailcow-1,mailcowdockerized-dovecot-mailcow-1
volumes:
- /opt/containers/traefik/acme:/traefik:ro
- /var/run/docker.sock:/var/run/docker.sock:ro
- ./data/assets/ssl:/output:rw
environment:
- DOMAIN=${MAILCOW_HOSTNAME}
networks:
proxy:
external: true
Damit ihr eure Domain nicht überall von Hand ändern müsst, könnt ihr folgenden Code verwenden. Schreibt hier KEIN „mail“ oder etwas davor. Hier gebt ihr nur eure „Hauptdomain“ an.
read -rp "Eure Domain (z. B. meinedomain.de): " DOMAIN
sed -i "s/euredomain\.de/${DOMAIN}/g" /opt/containers/mailcow/docker-compose.override.yml
Lasst euch nun das Ergebnis anzeigen:
grep Host /opt/containers/mailcow/docker-compose.override.yml
Dies sollte dann bei euch auch so aussehen:
root@testbereich:/opt/containers/mailcow# grep Host /opt/containers/mailcow/docker-compose.override.yml
- "traefik.http.routers.mailcow.rule=Host(`mail.testbereich.net`)"
- "traefik.http.routers.mailcow-autoconfig.rule=Host(`autodiscover.testbereich.net`) || Host(`autoconfig.testbereich.net`)"
Virenscanner deaktivieren (optional)
Wenn ihr nicht wollt, dass eure E-Mails auf Viren gescannt werden bzw. wenn ihr nur wenig RAM in eurem Server habt, dann könnt ihr einfach den ClamAV Virenscanner deaktivieren.
Gebt dazu Folgendes ein:
nano /opt/containers/mailcow/mailcow.conf
Hier ändert ihr Folgendes ab:
bisher:
# Skip ClamAV (clamd-mailcow) anti-virus (Rspamd will auto-detect a missing ClamAV container) - y/n
SKIP_CLAMD=n
neu:
# Skip ClamAV (clamd-mailcow) anti-virus (Rspamd will auto-detect a missing ClamAV container) - y/n
SKIP_CLAMD=y
DNS-Einstellungen anpassen
Nun müsst ihr noch die DNS-Einstellungen anpassen, damit eure E-Mails auch zugestellt werden können. Wichtig zu wissen ist, dass es mehrere Stunden dauern kann, bis alle Einstellungen im „Internet“ übernommen werden. Also wartet dann gegebenenfalls einige Stunden, bevor ihr die Einstellungen testet.
Reverse DNS anpassen
Dazu loggt ihr euch in dem dogado Webinterface (https://onehome.dogado.de) ein:
Geht nun auf „Meine Produkte“ und wählt dort euren Server aus:
Geht nun auf der Reiter „Netzwerk“:
Hier seht ihr nun den Hostnamen eures Servers. Damit es später bei der E-Mail-Zustellung weniger Probleme gibt, muss der Name „mail.testbereich.net“ lauten. Bei euch entsprechend angepasst.
Klickt also bei IPv4 auf „Reverse DNS“. Jetzt seht ihr folgende Maske. Ändert dies entsprechend ab:
Anschließend sollte es so bei euch aussehen:
Den IPv6 Eintrag können wir ignorieren, da wir für Mailcow nur IPv4 benötigen. Achtet nur bitte darauf, dass der rDNS Eintrag identisch mit eurer Eingabe von Schritt 1.3.5 ist.
DNS-Einträge setzen
Nun müssen wir noch einige DNS-Einträge für eure Domain hinzufügen. Dazu geht ihr auf https://onehome.dogado.de/ und klickt auf „Meine Produkte“
Im unteren Bereich seht ihr nun alle Domains, welche ihr bei dogado besitzt.
Klickt hinter der gewünschten Domain auf die „3 Punkte“ und wählt „Produkt öffnen“ aus:
Wechselt nun in den Bereich „DNS“:
Da ihr bereits die Anleitung zu Traefik durchgearbeitet haben solltet, sollte es so bei euch aussehen.
Nun fügt ihr Folgendes hinzu:
| Name | Typ | Wert | Priorität |
|---|---|---|---|
| A | eure IPv4-Adresse | ||
| autodiscover | CNAME | ||
| autoconfig | CNAME | ||
| MX | 10 | ||
| TXT | v=spf1 mx a -all | ||
| _dmarc | TXT | v=DMARC1; p=reject; rua=mailto:eureE-Mail@domain.de |
Klickt dazu immer auf „Record hinzufügen“.
Wählt nun den entsprechenden Typ sowie Wert aus obiger Tabelle aus.
So sieht es dann bei mir aus, nachdem ich alle Werte hinzugefügt habe:
Nun wollen wir alle unsere DNS-Einstellungen testen. Bitte bedenkt, dass es mehrere Stunden dauern kann, bis die Werte übernommen wurden.
Überprüfen mittels Linux Konsole
Unter Linux könnt ihr sehr einfach ermitteln, ob die DNS-Einträge bereits übernommen wurden. Dazu gebt ihr Folgendes ein:
nano /opt/containers/mailcow/dns-check.sh
Inhalt:
#!/bin/bash
read -rp "Eure Domain (z. B. meinedomain.de): " DOMAIN
MAILHOST="mail.${DOMAIN}"
echo
echo "Prüfe DNS-Einträge für ${DOMAIN}"
echo "================================================"
# A-Eintrag
IPV4="$(dig +short A "$MAILHOST" | tail -1)"
if [ -n "$IPV4" ]; then
echo "[ OK ] A ${MAILHOST} -> ${IPV4}"
else
echo "[FEHLT] A ${MAILHOST} liefert keine IPv4-Adresse"
fi
# MX-Eintrag
MX="$(dig +short MX "$DOMAIN" | tail -1)"
if [ "$MX" = "10 ${MAILHOST}." ]; then
echo "[ OK ] MX ${DOMAIN} -> ${MX}"
elif [ -n "$MX" ]; then
echo "[PRÜFEN] MX ${DOMAIN} -> ${MX} (erwartet: 10 ${MAILHOST}.)"
else
echo "[FEHLT] MX ${DOMAIN} hat keinen MX-Eintrag"
fi
# autodiscover und autoconfig
for NAME in autodiscover autoconfig; do
VALUE="$(dig +short "${NAME}.${DOMAIN}" | head -1)"
if [ "$VALUE" = "${MAILHOST}." ]; then
echo "[ OK ] CNAME ${NAME}.${DOMAIN} -> ${VALUE}"
elif [ -n "$VALUE" ]; then
echo "[PRÜFEN] CNAME ${NAME}.${DOMAIN} -> ${VALUE} (erwartet: ${MAILHOST}.)"
else
echo "[FEHLT] CNAME ${NAME}.${DOMAIN} fehlt"
fi
done
# SPF
SPF="$(dig +short TXT "$DOMAIN" | grep 'v=spf1' | head -1)"
if [ -n "$SPF" ]; then
echo "[ OK ] SPF ${DOMAIN} -> ${SPF}"
else
echo "[FEHLT] SPF ${DOMAIN} hat keinen SPF-Eintrag"
fi
# DMARC
DMARC="$(dig +short TXT "_dmarc.${DOMAIN}" | grep 'v=DMARC1' | head -1)"
if [ -n "$DMARC" ]; then
echo "[ OK ] DMARC _dmarc.${DOMAIN} -> ${DMARC}"
else
echo "[FEHLT] DMARC _dmarc.${DOMAIN} hat keinen DMARC-Eintrag"
fi
# DKIM
DKIM="$(dig +short TXT "dkim._domainkey.${DOMAIN}" | grep 'v=DKIM1' | head -1)"
if [ -n "$DKIM" ]; then
echo "[ OK ] DKIM dkim._domainkey.${DOMAIN} ist gesetzt"
else
echo "[OFFEN] DKIM dkim._domainkey.${DOMAIN} fehlt noch (folgt in Kapitel 4.3)"
fi
# Reverse DNS für IPv4
if [ -n "$IPV4" ]; then
PTR4="$(dig +short -x "$IPV4" | tail -1)"
if [ "$PTR4" = "${MAILHOST}." ]; then
echo "[ OK ] rDNS v4 ${IPV4} -> ${PTR4}"
elif [ -n "$PTR4" ]; then
echo "[PRÜFEN] rDNS v4 ${IPV4} -> ${PTR4} (erwartet: ${MAILHOST}.)"
else
echo "[FEHLT] rDNS v4 ${IPV4} hat keinen Reverse-DNS-Eintrag"
fi
fi
echo "================================================"
echo "Euer Mailserver-Name (FQDN): ${MAILHOST}"
echo
Ihr müsst die Datei jetzt nur noch ausführbar machen:
cd /opt/containers/mailcow/
chmod +x dns-check.sh
./dns-check.sh
Nun gebt ihr eure Domain ein ohne mail davor. Bei mir also testbereich.net
Bitte wartet an diese Stelle, bis alles bis auf DKIM grün bzw. „OK“ ist.
Mailcow starten
Nach diesen ganzen Einstellungen können wir nun endlich mailcow starten. Gebt dazu Folgendes in die Konsole ein:
cd /opt/containers/mailcow
docker compose pull
docker compose up -d
Der Download sowie der erste Start können einige Zeit dauern. Wartet hier also einige Minuten und prüft anschließend mit nachfolgendem Befehl, dass alle Container korrekt laufen:
docker compose ps
So sollte es aussehen, wenn alle Container korrekt gestartet sind. Dies kann mehrere Minuten dauern. Wartet bitte darauf, bevor ihr mit der Anleitung weitermacht.
Mailcow konfigurieren
Nun beginnen wir mit der Ersteinrichtung. Dazu geht ihr auf eure Webseite:
mail.euredomain.de/admin
Ganz wichtig ist, dass ihr „/admin“ dahinter setzt. Das Fenster sollte auch „Anmeldung als Administrator“ zeigen:
Die Benutzerdaten für den ersten Login lauten:
- Benutzername: admin
- Passwort: moohoo
Nun seht ihr Folgendes:
Administrator Kennwort / Name ändern
Da das Administrator-Kennwort / Name immer identisch ist, ändern wir dies nun direkt ab. Dazu klickt ihr auf „System“ → „Konfiguration“:
Hier wählt ihr nun „Zugang → Administratoren“ aus:
Klickt beim Benutzer „admin“ auf „Bearbeiten“ um den Nutzernamen sowie das Kennwort anzupassen. Hier könnt ihr alles ändern:
Jetzt erscheint folgender Dialog. Hier könnt ihr auch den Benutzernamen ändern. Dies kann auch sinnvoll sein, da der Name „admin“ immer von Angreifern als Erstes ausprobiert wird.
Daher ändere ich diesen auch. Nach dem Speichern seht ihr nun, dass der Nutzer umbenannt wurde und das Kennwort nun sicherer ist.
E-Mail Domain hinzufügen
Nun fügen wir unsere Domain noch in Mailcow hinzu. Dazu klickt ihr auf „E-Mail → Konfiguration“
Hier sehen wir, dass wir bisher noch keine Domain hinzugefügt haben.
Klickt daher nun auf „Domain hinzufügen“.
Nun gebt ihr bei „Domain“ eure Domain ein. In meinem Fall ist dies „testbereich.net“.
Gebt hier NICHT mail.euredomain.de ein.
Die restlichen Werte könnt ihr so lassen. Anschließend klickt ihr auf „Domain hinzufügen und SOGO neustarten“.
Nun sollte eure Domain angezeigt werden.
DKIM Schlüssel hinterlegen
DKIM dient dazu, eure verschickten E-Mails zu signieren. Anhand der Signatur kann der Empfänger überprüfen, ob die E-Mails von eurem Server stammen und ob sie unterwegs verändert wurden. Dieser Parameter ist sehr wichtig, damit ihr bei anderen E-Mail-Diensten wie Gmail oder Outlook nach Möglichkeit nicht im Spam landet. Der DKIM-Schlüssel wurde bereits bei Mailcow erzeugt. Ihr müsst ihn euch nur noch anzeigen lassen und per DNS bereitstellen.
Klickt auf „DNS“ hinter eurer Domain:
Nach kurzer Zeit seht ihr folgende Übersicht:
Als letzter Parameter wird der DKIM Key angezeigt. Geht also nun wieder auf euren dogado DNS-Server und tragt diesen Parameter nach:
| Name | Typ | Wert |
|---|---|---|
| dkim._domainkey | TXT | v=DKIM1;k=rsa;t=s;s=email;p=MIIBIjAN… |
Bei mir sieht dies so aus:
Der fertige Eintrag:
Damit seid ihr mit den DNS-Einträgen fertig. Auch dieser Eintrag braucht etwas Zeit, bis er im Internet verfügbar ist. Wie ihr das prüft, zeigen wir euch im Kapitel DNS Einstellungen testen.
E-Mail-Benutzer anlegen
Nun legen wir unseren ersten E-Mail-Benutzer an. Klickt dazu auf „E-Mail → Konfiguration“:
Dann klickt ihr auf „Mailboxen“ → „Mailboxen“.
Nun seht ihr alle E-Mail Accounts. Bei uns existiert noch keiner.
Um dies zu ändern, klickt ihr auf „Mailbox hinzufügen“.
Nun seht ihr folgenden Dialog.
Mein neuer Benutzer soll max@testbereich.net heißen. Dazu gebe ich bei Benutzername nur „max“ ein. 3GB Speicherplatz sollten zu Beginn reichen. Diesen könnt ihr später nach Belieben erhöhen.
Nachdem ihr den Benutzer angelegt habt, wird dieser auch direkt angezeigt.
Web-Mail starten
Nun wollen wir uns mit unserem neuen E-Mail-Benutzer anmelden. Dies könnt ihr mittels eines Mailprogramms (Outlook, Thunderbird, …) oder mittels Mail Frontend direkt auf dem Server machen. Öffnet dazu einen neuen Webbrowser oder einen Inkognito Tab, da ihr sonst automatisch direkt wieder als Administrator angemeldet werdet und geht auf mail.euredomain.de
Gebt hier nun die komplette E-Mail-Adresse sowie das Kennwort ein.
Nun seid ihr im Web-Mail Programm und könnt hier nun E-Mails lesen und schreiben.
DNS-Einstellungen testen
Überprüfen mittels Mailcow
Nun können wir überprüfen, ob unsere DNS-Einträge bereits korrekt sind. Dies könnt ihr wie im Schritt 4.3 mittels Mailcow überprüfen. Klickt nun auf „E-Mail → Konfiguration“:
Klickt hier auf „DNS“ hinter eurer Domain:
Nun erscheint ein kurzer Hinweis, dass es bis zu 24 Stunden dauern kann, bis die Einträge übernommen werden.
Nach ca. 30 Sekunden erschien bei mir dann diese Übersicht.
Bei DKIM sollte nun ein „grüner Haken“ sein.
Überprüfen mittels Linux Konsole
Ihr könnt dazu euer zu Beginn erstelltes Skript erneut starten.
cd /opt/containers/mailcow/
./dns-check.sh
Nun sollte auch der DKIM-Eintrag korrekt angezeigt werden:
Überprüfen mittels mail-tester.com
Die Webseite mail-tester.com (https://mail-tester.com/) ermöglicht es euch eure E-Mail-Adresse zu testen.
Öffnet nun euer E-Mail-Programm bzw. Webmail, um eine E-Mail an die angezeigte Adresse zu schicken. In der E-Mail muss etwas Text stehen, da sonst der Score schlechter ausfällt. Bei mir sieht es beispielsweise so aus:
Nachdem ihr die E-Mail verschickt habt, könnt ihr wieder zu mail-tester.com zurückkehren und euch das Ergebnis anschauen. Dies ist mein Ergebnis:
Backups erstellen & wiederherstellen
Nun wollen wir uns noch anschauen, wie ihr Backups eurer E-Mails erstellen könnt. Dies ist mittels Mailcow sehr einfach möglich. Dazu erstellen wir uns ein neues Verzeichnis, in welchem das Backup später liegen soll.
mkdir -p /opt/containers/mailcow-backup
Backup manuell erstellen
Nun starten wir das Backup Skript. Gebt dazu Folgendes in eurer Konsole ein.
MAILCOW_BACKUP_LOCATION=/opt/containers/mailcow-backup /opt/containers/mailcow/helper-scripts/backup_and_restore.sh backup all
Wenn ihr den Pfad von Mailcow oder dem Backup-Ordner geändert habt, so müsst ihr diesen Befehl entsprechend anpassen. Direkt nach der Eingabe des Befehls startet das Backup des E-Mail Servers mit allen Einstellungen, E-Mails und sonstigem.
Backup automatisiert erstellen
Wenn ihr das Backup beispielsweise per Cron automatisch täglich ausführen wollt, so kann es sinnvoll sein den Parameter „--delete-days x“ zu nutzen. Dieser bewirkt, dass die Backups, die älter als x Tage sind, gelöscht werden und so nicht der gesamte Server vollgesichert wird. Dazu installiert ihr zuerst cron:
apt install -y --no-install-recommends cron
Der Zusatz „--no-install-recommends“ ist hier wichtig, da sonst ein exim4 Mailserver mitinstalliert wird und Mailcow dadurch nicht mehr startet, da der Port 25 von exim4 belegt wird.
Um Cronjobs zu öffnen, gebt ihr Folgendes ein:
crontab -e
Wählt hier nun „1“ für nano aus:
Schreibt hier nachfolgenden Befehl ans Ende der Datei:
0 3 * * * cd /opt/containers/mailcow && MAILCOW_BACKUP_LOCATION=/opt/containers/mailcow-backup /opt/containers/mailcow/helper-scripts/backup_and_restore.sh backup all --delete-days 7 >> /var/log/mailcow-backup.log 2>&1
Der Befehl sorgt dafür, dass jede Nacht um 3 Uhr ein Backup erstellt wird und Backups nach 7 Tagen gelöscht werden. Das Log wird dabei in folgende Datei geschrieben: /var/log/mailcow-backup.log
7.3 Backup wiederherstellen
Das Wiederherstellen von Backups ist sehr einfach möglich. Gebt dazu einfach folgenden Befehl ein:
MAILCOW_BACKUP_LOCATION=/opt/containers/mailcow-backup /opt/containers/mailcow/helper-scripts/backup_and_restore.sh restore
Auch hier müsst ihr den Pfad des Backups anpassen, wenn ihr diesen verändert habt. Nachdem ihr den Befehl ausgeführt habt, bekommt ihr diesen Dialog angezeigt. Hier könnt ihr nun wählen, was wiederhergestellt werden soll und von welchem Datum.
Mailcow aktualisieren
Mailcow lässt sich dank Docker sehr schnell aktualisieren. Ihr solltet vorher aber in die Changelogs schauen, was sich geändert hat: https://github.com/mailcow/mailcow-dockerized/releases
Dies ist wichtig, falls sich Grundlegendes geändert hat und eure Konfiguration angepasst werden muss. Nachdem ihr die Changelogs geprüft habt, könnt ihr mailcow so updaten:
cd /opt/containers/mailcow
./update.sh
Anschließend wird alles aktualisiert und ihr müsst das Update Skript ein zweites Mal starten:
./update.sh
Das Update aktiviert automatisch IPv6 im Hintergrund. Dies deaktiviert ihr nach jedem Update erneut. Prüft zuerst den aktuellen Wert:
cd /opt/containers/mailcow
grep ^ENABLE_IPV6= mailcow.conf
Sollte der Wert „true“ sein, so führt bitte nachfolgenden Befehl aus:
sed -i 's/^ENABLE_IPV6=.*/ENABLE_IPV6=false/' mailcow.conf
grep ^ENABLE_IPV6= mailcow.conf
docker compose down
docker compose up -d